Esel-Pflegeplätze der Eselmüller-Stiftung

Ein Pflegeplatz für Esel?

Nebst dem Stiftungssitz in Grasswil sind von der Eselmüller-Stiftung mehrere Pflegestellen eingerichtet worden – verteilt über die Schweiz. Diese sind bereit, vernachlässigte oder misshandelte Esel zu übernehmen, bis sie wieder gesund sind und weitervermittelt werden können. Denn die Eselmüller-Stiftung will keine Esel «horten», sondern ein nachhaltiges Netzwerk aufbauen, um den Esel ein verdientes, sicheres neues Zuhause zu bieten.

Unsere Pflegeplatz-Esel sind immer Notfälle aus einer misslichen Lage. Sei es, weil der Besitzer gestorben ist, weil Menschen vernachlässigte Esel auf einem Spaziergang entdecken, weil das Hochzeitsgeschenk noch Arbeit verursacht, weil sich die Menschen trennen, weil Veterinärämter oder andere Institutionen sich bei uns melden und um Aufnahme der Esel bitten. Hier müssen wir oft schnell reagieren und die Tiere auf einen Pflegeplatz in Sicherheit bringen. Diese Esel werden von uns immer mit einer Verzichtserklärung der Besitzer oder des Amtes übernommen. Das heisst, die Esel gehören bis zur Vermittlung der Eselmüller-Stiftung.

Sie können uns helfen

Nun kommt unsere Eselhilfe zum Tragen. Oft sind die Esel nicht registriert, haben keinen Chip, sind nicht geimpft, haben fatale Fehlstellungen und zu lange Hufe, Halfter sind eingewachsen, sie können nicht richtig mahlen, weil ihre Zähne Haken haben, die im Maul Wunden verursachen, und leider vieles mehr. Damit wir diese Esel medizinisch behandeln können, sind wir auf Ihre Unterstützung/ihre Spende angewiesen. Nur dank Ihrer Unterstützung konnten und können weitere Tiere gesundgepflegt und an einen neuen Platz vermittelt werden. Ohne Ihre Hilfe sind wir nicht in der Lage, all diesen Esel weiteres Leid zu ersparen.

Ohne unsere Pflegeplatzanbieter, die uns ehrenamtlich den Stall zur Verfügung stellen, sich um die Esel kümmern und sie pflegen, könnten wir diese Arbeit nicht vollbringen. Ihnen gebührt unser grosses Dankeschön!

Wir werden Sie weiterhin über unsere Esel auf den Pflegeplätzen informieren und werden auch mitteilen, wenn wir einen neuen Platz suchen. Vielleicht ergibt sich aus Ihrer Eselbekanntschaft eine so grosse Beziehung, dass sie selber Eseln einen Endplatz anbieten möchten?

In diesem Sinne ein ganz grosses ihhhaaaa und vielen herzlichen Dank für ihre Unterstützung in unserer Eselhilfe.


Helfen Sie uns, dass solche Bilder in Zukunft nicht mehr vorkommen!

Folgende Bilder stammen von den unten porträtierten Eseln: Diese wurden unter anderem mit kaputten und/oder viel zu langen Hufen und anderen Fehlstellungen, teils überfüttert, an Kieferproblemen leidend, mit bereits eingewachsenen Halftern oder auf völlig ungeeignetem Gitterboden ohne genügend Platz stehend, von der Eselmüller-Stiftung übernommen und in die Obhut der Pflegeplätze übergeben.


Die momentan besetzten Pflegeplätze der Eselmüller-Stiftung

Esel-Pflegeplatz Region Zurzach, Kanton Aargau mit den Eseln Chrigel und Stella

Die beiden Esel Chrigel und Stella sind beide 3-jährig. Stella hat eine lange Reise aus Italien hinter sich. Viel zu früh der Mutter entrissen und durch einen Händler in die Schweiz importiert. Hier von einem Händler zum andern, bis sie als kleine Stute von 100 cm Stockmass als Landschaftspfleger zu einem 120 cm grossen Hengst kam. Dieser jedoch wurde Gott sei Dank kastriert. Chrigel und Stella haben jedoch schnell ein Team gebildet und bis heute wollen sich deshalb nicht missen. Leider wurden die beiden nicht richtig gepflegt und die Hufpflege wurde, wie bei den Kühen im Klauen-stand gemacht. Kurzerhand eine Kette um die Hufe und mit der Kurbel aufgezogen. Sie können sich ja vielleicht denken, was passierte als wir die Hufe heben wollten. Dank der grossen Hilfe und der immensen Geduld auf unserem Pflegeplatz, sowie der tollen Hufpflegerin, war es nach 2 Monaten möglich, die Hufe auf eine ganz normale Art und Weise zu schneiden. Die beiden müssen nun Vertrauen fassen und weiter gepflegt werden.


Pflegeplatz Bezirk Sissach, Kanton Basel-Landschaft mit den Eseln Tamara und Fiona

Diese beiden Esel sind Mutter und Tochter. Tamara ist 24-jährig und Fiona 12-jährig und sie standen bei einem älteren Bauer als Weidepfleger. Sie waren sich selber überlassen und somit wusste auch niemand, wie es um Ihre Gesundheit stand. Während eines Jahres versuchte eine Frau aus dem Dorf, die Eseln zu bekommen, um die Hufe und Zähne bearbeiten zu können. Der Bauer lenkte nicht ein. Die Eselhalterin gelangte danach mit der Frage an uns, ob wir die beiden nehmen würden. Ja, wir hatten noch einen freien Pflegeplatz. Das Feilschen mit dem Bauer begann. Nach einigen Telefonaten und einigen Gesprächen mit der Eselhalterin wurde er willig, uns die Tiere per Verzicht zu überlassen. Tamara und Fiona hatten desolate Hufe, grosse Zahnhaken und einige andere Baustellen. Sie sind beide nicht registriert und nicht gechippt. Da war schnelles Handeln gefragt. Also nichts wie los, die beiden abholen und den Verzicht bestätigen lassen, sonst revidiert er vielleicht noch seine Meinung. Auf dem Pflegeplatz angekommen, wurde sogleich die Tierärztin aufgeboten, die Hufe zu röntgen. Bestätigung. Chronische Hufrehe. Nach dem Röntgen wurden die Hufe schon mal ein Stück geschnitten, nach 6 Wochen ein weiteres Mal. Dann sollten auch die Zähne nicht allzu lange auf sich warten. Aber bei solchen schwierigen Angelegenheiten muss immer auf die Hufrehe geachtet werden. In den kommenden Tagen werden die Zähne erneut kontrolliert.


Pflegeplatz Verwaltungskreis Biel, Kanton Bern mit den Eseln Josy und Chicca

Hier leben Josy und Chicca. Die beiden waren in jungen Jahren bei einem Bauer in der Grenzregion Bern/Freiburg als Landschaftspfleger angestellt. Chicca kam aus dem Tessin durch einen Händler dorthin. Dies war auch der Grund, dass sie sehr scheu war und sich nicht anfassen liess. Es war schwierig, ein Halfter anzuziehen. Entweder rannte sie weg oder sie drehte einem das Hinterteil zu. Die beiden wurden von einem Hof zum anderen geschoben und immer war die Aufgabe – fressen! Bis eines Tages der rechtmässige Besitzer die Esel nicht mehr wollte und sie einer Nachbarin verkaufte.

Hier waren sie wohl schon besser dran, aber auch hier wurden sie nur überfüttert. Josy wurde viel zu dick, ein Wunder, dass sie keine Rehe gemacht hat. Chicca hingegen wurde erstaunlich mager. Nun gab es bei der auch schon älteren Besitzerin in der Familie einen Todesfall. Sie schaffte das alles nicht und so kam sie auf uns zu. Wir nahmen die beiden Stuten zu uns auf den Pflegeplatz. Josy war derart fett, dass die Bollen unter ihrem Schwanz hängen blieben. Sie hatte solche Fettpolster, dass sie den Schwanz nicht bewegen konnte. Chicca hatte eine Herausforderung mit Ihrem Kopf. Als unsere Physiotherapeutin da vorbeiging, stellte sich heraus, dass das Kiefergelenk ausgekugelt war. Nach gut 7 Monaten hat Josy gut abgenommen, sodass sie ihren Schwanz wieder selber heben und sich gegen Fliegen wehren kann. Chicca ist glücklich über ihren eingerenkten Kiefer. Einzig Josys Hufspalte braucht noch etwas Zeit. Sie ist aber durch das Wirken der Huforthopädin auf gutem Weg.

Aktuell: Josy und Chicca sind nun vermittelbar und suchen ein neues Zuhause


Wollen auch Sie einen Pflegeplatz anbieten? Oder möchten Sie in Zukunft einen der porträtierten Esel übernehmen?

Die Tiere auf den Pflegeplätzen sind in den kommenden Monaten vermittelbar. Möchten Sie diese kennenlernen und Ihnen allenfalls ein neues Zuhause anbieten, zögern Sie nicht, die Eselfachstelle anzurufen.

Ebenso erklären wir Ihnen auch gerne, wie eine Übernahme geregelt ist und was für Rechte und Pflichten auf Sie zukommen als neue Besitzer unserer Pflegetiere.

Wir freuen uns auf Ihren Kontakt. Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Ihre Eselfachstelle